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«Das sind kei immensi Summe, au bi grosse Künstler nöd.» - Re:daktion

«Das sind kei immensi Summe, au bi grosse Künstler nöd.»


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«079» haben sie im Radio gesagt, immer und immer wieder. Auch wenn das repetitiv werden kann, hat mich das auf eines aufmerksam gemacht: Im Radio werden immer öfters auch nationale Songs gespielt. Für viele junge Interpret/innen in meinem Umfeld, wie Mercee oder Eversis ist das «recht nice». Deswegen will ich verstehen, was es als Schweizer Interpret/in braucht, um von der Musik zu leben.

Wer hat Ahnung von Tuten und Blasen?


Auf der Suche nach der Antwort wiesen drei Unterfragen den Weg nach Rom:

Was braucht es an Persönlichkeit? Was an Marketing? Was wird es in Zukunft brauchen?

Ich führte mit Interpret/innen, die sich in einem ganz unterschiedlichen, musikalischen Raum bewegen, Gespräche. Das Wichtigste der Unterhaltungen fasste ich dann in Form von Text- Bild- und Sprachnachrichten zusammen. Drei unterschiedliche Genres. Drei diverse Reichweiten und Erfahrungen.

Drei Chat-Fenster mit:

Goldrapper Manillio aus Solothurn (31)
Alternative Metal-Band Eversis aus Winterthur (23-24)
RnB/Soul-Künstlerin Mercee aus Zürich (20)

Hier gehts zum Chat!

Was ich persönlich aus den Gesprächen mitnehme


Nach den Unterhaltungen war ich erstaunt darüber, wie ähnlich gewisse Antworten ausfielen. Gerade weil die Musikrichtungen und Stile der Künstler/innen so verschieden sind, hätte ich das ehrlich gesagt nicht erwartet. Was sind nun also meine Antworten zu den drei Fragen, die ich anfangs gestellt habe?

Was braucht es an Persönlichkeit, um als Schweizer Interpret/in von der Musik zu leben?

Die Antworten hätten in diesem Punkt nicht einheitlicher sein können. Es braucht definitiv viel Durchhaltevermögen, Geduld und auch Glück. In den meisten Fällen muss erst viel Zeit und Arbeit in die Musik gesteckt werden, bis der Erfolg eintritt. Aber selbst dann ist er nie garantiert. Aus dem letzten Gespräch entnahm ich ausserdem einige Hinweise, dass man als Frau in diesem Business schnell einmal sexualisiert werden kann. Ich denke es ist als Interpretin wichtig, Stärke zu zeigen. Das bedeutet unter anderem verlockende Angebote ablehnen zu können, wenn die Gefahr besteht, in eine Schublade gesteckt zu werden.

In einem Punkt waren sich die drei aber ebenso einig: Es braucht auch viel Leidenschaft. Sie ist der grösste Motivator und öffnet Türen zu interessanten Bekanntschaften und kuriosen Begegnungen.

Was braucht es an Marketing?

«I mim Fau würdi auso säge, läbi vode Shows und vode Urheberrächt.» Wer mit Musik Geld verdienen möchte, sollte also schauen, dass er/sie Konzerte spielen kann. Ausserdem sollte man sich als Interpret/in dafür engagieren, dass die eigenen Songs im Radio laufen oder in sonstigen Medien eingebunden werden. Partnerships, Deals oder Labels können da weiterhelfen. Sie können aber je nach Kontrakt auch einschränken. Wie Manillio beweist, kann es auch mit viel Eigenständigkeit funktionieren. Was heutzutage bestimmt mehr Platz einnimmt denn je, ist Social Media. Besonders Instagram scheint eine immer grössere Rolle zu spielen und bietet quasi kostenlosen Platz für Werbung.

Was wird es in Zukunft brauchen?

In diesem Punkt scheiden sich die Gemüter. Wie stark Musik noch in physischer Form vertreten sein wird, ist unklar. Die Digitalisierung schreitet auf jeden Fall voran. Bestehende Plattformen wie Soundcloud, Spotify oder YouTube könnten ihr Angebot ausbauen und noch populärer werden.
Das könnte ebenfalls dazu führen, dass nationale Künstler/innen auch mehr internationalen Erfolg geniessen werden.

Alles in allem klingt das Leben als Schweizer Interpret/in nicht so luxuriös, wie man’s sich womöglich vorstellen könnte. Es braucht auf jeden Fall viel Herzblut. Doch wenn die Musik so viel Bedeutung im Leben einnimmt, scheint es den Aufwand wert zu sein. Denn Erfolg bedeutet schlussendlich auch nicht immer nur Geld und Reichweite.


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*Es gelten die Richtlinien des Schweizer Presserats.